Lenzing Circular Economy

Kreislaufwirtschaft

Wiederverwendung von Ressourcen

Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt

Aus diesem Grund arbeiten wir daran, den Übergang zu stärker kreislauforientierten Ansätzen in der Textil- und Vliesstoffindustrie zu unterstützen. Unser Fokus liegt darauf, erneuerbare Rohstoffe effizient zu nutzen, den Einsatz alternativer Cellulose-Rohstoffe wie Baumwoll-Textilabfälle in ausgewählten Faseranwendungen zu fördern sowie Chemikalien, Wasser und Energie in unseren Produktionsprozessen zurückzugewinnen.

Was ist Kreislaufwirtschaft?

Die Kreislaufwirtschaft ist von natürlichen Kreisläufen inspiriert. Ihr Ziel ist es, Produkte, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich in Nutzung zu halten, dadurch ihre Nutzungsdauer zu verlängern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch sowie negative Auswirkungen zu verringern.

Durch die Förderung der Nutzung und Kaskadennutzung erneuerbarer Materialien sowie von Wiederverwendung, Reparatur und Recycling können kreislauforientierte Ansätze dazu beitragen, den Bedarf an neuen Primärrohstoffen und die Entstehung von Abfällen zu reduzieren.

Vereinfacht gesagt können Materialien, die andernfalls zu Abfall würden, zurückgewonnen und als Einsatzstoffe für neue Produkte wieder in Wertschöpfungsketten eingebracht werden.

Im Gegensatz zu einem linearen Wirtschaftsmodell, bei dem Produkte hergestellt, genutzt und entsorgt werden, zielt die Kreislaufwirtschaft darauf ab, Materialien durch wiederholte Nutzung, Rückgewinnung und Recycling länger im Kreislauf zu halten.

Wir geben Abfall ein neues Leben. Jeden Tag

Wir leisten einen Beitrag zum Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, indem wir darauf hinarbeiten, erneuerbare Primärrohstoffe im Kreislauf zu nutzen und zu halten sowie den Einsatz von recycelten und alternativen Rohstoffen in unserem Geschäft zu erhöhen. In den vergangenen Jahren haben wir verschiedene Rohstoffe erprobt, zum Beispiel Hanf und Orangenpulpe. Dies erfolgt schrittweise und spiegelt sich in unserer Nachhaltigkeitsstrategie und unseren Zielen wider.

Darüber hinaus entwickeln wir, wo immer möglich, gemeinsam mit Partnern innerhalb und außerhalb unserer aktuellen Wertschöpfungskette kreislauforientierte Lösungen. Beispiele hierfür sind Kooperationen bei der Sammlung, Sortierung und dem Recycling von Textilabfällen sowie gemeinsame Arbeiten zu alternativen Rohstoffen und Recyclingtechnologien für neue Faseranwendungen.

Bereiche der Kreislaufwirtschaft

Lenzings Praxis der Kreislaufwirtschaft

Natürlicher Kreislauf

Unsere Produkte werden aus dem erneuerbaren Rohstoff Holz hergestellt, der aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen stammt und durch Zertifizierungssysteme wie FSC® und PEFC bestätigt wird. Lenzing Fasern sind unter definierten Bedingungen (u. a. industriell, häuslich, im Boden und im Meer) als kompostierbar und biologisch abbaubar zertifiziert.

Entwicklung kommerzieller Recyclingtechnologien

Um zur Kreislaufwirtschaft in der Industrie beizutragen, hat Lenzing Fasern mit REFIBRA™-Technologie entwickelt, die Baumwoll-Textilabfälle als Rohstoff nutzt. Diese Technologie verwendet Vor- und Nachverbraucher-Baumwollreste aus der textilen Wertschöpfungskette.

Ressourceneffiziente Technologien und Produkte

Wir setzen in der Zellstoff- und Faserproduktion Technologien ein, die auf die Optimierung des Rohstoffeinsatzes sowie die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Prozess-Inputs ausgelegt sind. Beispiele sind Bioraffinerie-Prozesse, die aus Holz Zellstoff, Co-Produkte und Energie gewinnen, Chemikalienrückgewinnungssysteme in der Lyocell- und Viscose-/Modalproduktion sowie Wassereffizienzmaßnahmen wie die Kühlwasserzirkulation und die Wiederverwendung von Prozesswasser in der Lyocellproduktion.

Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Lieferketten

Wir verfolgen einen Drei-Säulen-Ansatz für eine nachhaltige und transparente Lieferkette: das Fasererkennungssystem, die E-Branding Service Plattform und die Rückverfolgbarkeit über digitale Tokens. Die Kombination dieser Ansätze unterstützt Transparenz und Rückverfolgbarkeit und verifiziert die Herkunft der Lenzing-Fasern entlang der gesamten Lieferkette bis zum fertigen Kleidungsstück.

Partnerschaften für systemischen Wandel

Komplexe globale Herausforderungen erfordern einen kooperativen Ansatz. Wir arbeiten daher mit einer Vielzahl an Stakeholdern und Geschäftspartnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen, um gemeinsam Recyclinglösungen zu entwickeln, die Rückverfolgbarkeit zu stärken und Rücknahmeprogramme für Post-Consumer-Textilien in der Textil- und Vliesstoffindustrie zu unterstützen.

Abfallmanagement

Bei Lenzing ist Abfallmanagement Teil des Kreislaufwirtschaftsansatzes des Unternehmens. Dazu zählen Bioraffinerie-Prozesse, die aus Holz Zellstoff, Co-Produkte und Energie gewinnen, Rückgewinnungssysteme, die Prozesschemikalien in die Produktion zurückführen, sowie Recyclinganwendungen, bei denen Textil- und Vliesstoff-Produktionsabfälle erneut in der Faserherstellung verwendet werden können. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Materialien länger im Kreislauf zu halten, den Bedarf an Primärrohstoffen zu senken und Prozessabfälle zu reduzieren.

Lenzing & Södra - gemeinsam gegen Textilabfälle

Lenzing und Södra, ein weltweit agierender Zellstoffproduzent, unterzeichneten 2021 eine Kooperationsvereinbarung, um eine Lösung für die enormen Mengen an Textilabfällen* aus Industrie und Gesellschaft zu entwickeln. Dabei könnte die Weiterentwicklung von Recycling-Technologien eine Nutzung von cellulosehaltigen Alttextilien in großtechnischem Maßstab ermöglichen.

Der gemeinsam weiterentwickelte Zellstoff OnceMore®, gewonnen aus recycelten Textilabfällen, wird z.B. als Rohmaterial für die Produktion von Lenzings Spezialfasern der Marke ECOVERO™ x REFIBRA™ mitverwendet, woraus wiederrum neue Textilien produziert werden können.

Ein Leitfaden für Designer zur Recyclingfähigkeit von Fasern

Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Södra und dem LIFE TREATS Programm haben wir „Enabling Circularity – A Designer's Guide to Fiber Recyclability" entwickelt.

Dieser Leitfaden erklärt, wie Design-Entscheidungen wie Materialauswahl, Produktkonstruktion sowie die Berücksichtigung von Wiederverwendung, Reparatur und Recycling die Kreislauffähigkeit in der textilen Wertschöpfungskette unterstützen können. Er gibt Einblicke in das Textilrecycling – seine Möglichkeiten und Grenzen – und inspiriert Designerinnen und Designer dazu, von einem linearen zu einem zirkulären Geschäftsmodell zu wechseln.